Der Recruitingfilm – Personalmarketing mal anders!

17. August 2022

Jedes Unternehmen kennt es. Eine Stelle ist (neu) zu besetzen und der Prozess beginnt. Stellenausschreibungen sind schnell geschrieben und in Zeiten von Internetportalen wie LinkedIn, Xing, Google etc. mit einem Klick veröffentlicht. Für potenzielle Arbeitnehmer:innen bietet dies eine gelungene Alternative zum Papiermedium, da die Online-Stellenanzeigen oft mehr Platz für Informationen rund um das Unternehmensprofil und die Jobanforderungen bieten. Allerdings haben diese Anzeigen auch eine weitaus größere Reichweite, wodurch Arbeitgeber:innen oft mit einer großen Masse an Bewerbungen konfrontiert werden. Doch bei der Durchsicht an Bewerbungen fällt vor allem eins auf: Qualifiziertes Personal ist schwer zu finden!

In Deutschland herrscht schon seit Jahren Fachkräftemangel. Klickt man sich durch die Statistik des Fachkräftebedarfs der Bundesagentur für Arbeit[1] zeigt sich schnell, dass für Helfer:innen diese Statistik nicht gilt. Bei Fachkräften sieht das schon anders aus. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Unternehmen vor der Herausforderung stehen, qualifiziertes Personal zu finden, denn auch die Ansprüche der Bewerber:innen haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Ein wertschätzender Umgang unter Kolleg:innen ist ebenso wichtig, wie Möglichkeiten zum Homeoffice oder auch teamstärkende Aktivitäten. Und hier eröffnen sich den Unternehmen eine Vielzahl an kreativen Möglichkeiten, potenzielle Arbeitnehmer:innen von sich zu überzeugen.  

Wie wäre es denn z.B. mit einem Recruitingfilm?

Was ist ein Recruitingfilm?

Anders als bei einem Employer Branding Video zielt der Recruitingfilm nicht auf eine allgemeine Unternehmensvorstellung ab, sondern bezieht sich explizit auf eine ausgeschriebene Stelle. Dieser Film sollte also ansprechend gestaltet sein, sodass sich potenzielle Arbeitnehmer:innen denken: Da will ich arbeiten!

Wie kreativ der Film gestaltet ist und welche Aspekte besonders hervorgehoben werden, ist zwar eine individuelle Entscheidung, sollte aber dennoch gut überlegt sein. Immerhin möchte das Unternehmen von sich überzeugen.

Wie ist ein Recruitingfilm aufgebaut?

Wie so ein Recruitingfilm aussehen soll, ist natürlich immer davon abhängig, um welche Stelle es sich handelt und an wen sie sich richtet. Ein Start-up-Unternehmen legt vielleicht mehr Wert auf eine lockere Arbeitsatmosphäre der Mitarbeiter:innen untereinander und kann z.B. die Teammitglieder in ihrem Arbeitsalltag filmisch begleiten. Auch wichtig ist, wie sich das Unternehmen von der Masse abhebt. Gibt es z.B. einen Fitnessraum, der in den Pausen genutzt werden kann? Bietet die Kantine kostenloses Essen? Stellen die Vorgesetzten Firmenfahrräder zur Verfügung? Hier könnte man die Liste an Fragen noch weiterführen. Wichtig ist in jedem Fall, dass sich das Unternehmen und die zu besetzende Stelle so interessant wie möglich darstellt.

10 Tipps für den perfekten Recruitingfilm

1. Authentizität

Sobald feststeht, wie der Recruitingfilm aussehen soll, geht es an die Umsetzung. Um effektiv voranzukommen und nicht immer wieder die gleichen Szenen drehen zu müssen, kann ein Drehbuch unterstützen. Allerdings ist es nicht unbedingt ratsam, Schauspieler:innen zu organisieren oder Handlungen der dargestellten Personen bis ins kleinste Detail zu planen. Dies kann nämlich schnell unauthentisch sowie aufgesetzt wirken.

2. Vorzüge hervorheben

Warum sollten potenzielle Mitarbeiter:innen gerade bei diesem Unternehmen arbeiten wollen? Eine Frage, die nicht nur in Bewerbungsgesprächen an die Bewerber:innen immer wieder gerne gestellt wird, sondern auch die Bewerber:innen sich selbst oft stellen. Dieser Aspekt bietet den Unternehmen eine sehr gute Möglichkeit, das Arbeitsumfeld so attraktiv wie möglich darzustellen. Gibt es die Möglichkeit auf kostenfreie Schulungen und Weiterbildungen? Bekommen die Arbeitnehmer:innen finanzielle Zuschüsse bei Partnerunternehmen wie Fitnessstudios, Markenherstellern (Corporate Benefits) etc.? Ist Gleitzeit oder arbeiten im Homeoffice möglich? Solche Vorzüge sprechen Bewerber:innen an und zeigen z.B., dass sich das Unternehmen auch für die Mitarbeiter:innenzufriedenheit interessiert.

3. Konkret sein

Jeder kennt sie und kaum einer mag sie: Floskeln! Wer sich für einen Job in einem Unternehmen interessiert, möchte natürlich genau wissen, welche Anforderungen an Bewerber:innen gestellt werden. Ein Satz wie: „Wir legen Wert auf zeitliche Flexibilität“, klingt zwar erstmal nicht schlecht, sagt aber kaum etwas über die Gestaltungsmöglichkeiten aus. Eine Aussage wie: „Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen Gleitzeit an, was besonders für Eltern eine hervorragende Möglichkeit ist, zeitlich flexibel arbeiten zu können“, klingt da schon viel konkreter. Die Bewerber:innen wollen von Anfang an wissen, worauf sie sich einstellen können, und dies gelingt durch Konkretisierung und detaillierter Darstellung der gewünschten Anforderungen.

4. Fokus ausrichten

Der Fokus sollte nicht auf dem Unternehmen im Allgemeinen liegen, sondern auf dem Arbeitsumfeld, denn wie eben schon einmal erwähnt – Ein Recruiting Video ist kein Imagefilm! Deshalb sollte Ihr Recruitingfilm nicht nur erzählen, wie großartig Ihr Unternehmen ist und welche Philosophie Sie verfolgen, sondern vor allem das Arbeitsumfeld vorstellen, in dem sich potenzielle Bewerber:innen nach einer Anstellung bewegen würden.

Je eher sich jemand visuell vorstellen kann, bei Ihnen zu arbeiten, desto eher wird er sich für Ihr Unternehmen begeistern können – und sich schließlich bei Ihnen bewerben. Deshalb gilt: Reden Sie nicht über Ihr modernes Büro, die vorzeigbare Kantine/Cafeteria, oder die ergonomischen Arbeitsplätze – zeigen Sie es! Verdeutlichen Sie, wie die Arbeit in Ihrem Unternehmen und ein typischer Arbeitstag dort aussehen könnte. Echte Mitarbeiter:innen zu Wort kommen zu lassen, wirkt ebenfalls sympathisch. Schließlich wollen potenzielle Bewerber:innen wissen, mit wem sie im neuen Job zu tun hätten.

5. Humor (in Maßen)

Nutzen Sie Humor – aber übertreiben Sie es nicht. Humorvolle Videos kommen im Netz sehr gut an und verbreiten sich häufig um ein Vielfaches schneller als ihre seriösen Pendants. Kein Wunder, Humor zieht fast immer. Allerdings sollte nicht über Ihr Unternehmen gelacht werden – und das kann schneller passieren als gedacht. Denn der Übergang zwischen humorvollem Recruitingfilm und viraler Lachnummer ist oft fließend. Deshalb gilt: Sie haben eine lustige Idee für Ihr Recruitingfilm? Holen Sie sich noch eine Zweit-, Dritt- oder Viertmeinung ein. Alle finden die Idee lustig? Dann kann’s losgehen!

6. Filmlänge

Kommen Sie auf den Punkt! Ein gelungener Recruitingfilm bringt auf den Punkt, wer Sie sind, was Sie suchen und warum man sich bei Ihrem Unternehmen bewerben sollte. Es sollte allerdings nicht in einen 60-minütigen Blockbuster ausarten. In den meisten Fällen reichen 1 bis 3 Minuten völlig aus, Ihre Message deutlich zu machen. Je nach Konzept kann ein Recruitingfilm auch mal etwas kürzer oder länger werden. Bedenken Sie aber: Die Aufmerksamkeitsspanne der Bewerber:innen wird immer geringer. Durch die konstante Reizüberflutung in den Sozialen Medien soll der Mensch mittlerweile mit nur rund acht Sekunden sogar eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne besitzen als ein Goldfisch. Ob das nun stimmt oder nicht – besser ist, Sie halten sich mit Ihrem Recruiting Film kurz. Denn je länger ein Clip, desto größer die Gefahr, dass potenzielle Bewerber:innen vorzeitig aussteigen und den Call-to-Action (dt. Handlungsaufforderung) verpassen.

7. Anforderungen klar definieren

Definieren Sie genau, wen Sie suchen. Ihr Recruitingfilm kann noch so viele Menschen erreichen: Wenn sich nicht die richtigen bei Ihnen bewerben, hat er sein Ziel verfehlt. Deshalb ist es wichtig, Anforderungen an potenzielle Bewerber:innen klar zu nennen. Es müssen nicht zwangsläufig nur Kriterien wie ein benötigter Schulabschluss, Software-Skills oder gewünschte Berufserfahrung in einem bestimmten Feld sein. Auch Soft-Skills gehören in diese Kategorie. Wenn Sie keine expliziten Anforderungen an die Bewerber:innen nennen wollen, können Sie in Ihrem Recruitingfilm auch durch Storytelling, Bildwelt und Musik bereits gut ausdrücken, wer Sie sind und wen Sie suchen. Solange klar ist, wen Sie wollen. Suchen Sie kommunikative, lockere Menschen mit kreativem Hintergrund und es bewerben sich konservative Anzugträger:innen mit Einzelgängermentalität, hat Ihr Recruitingfilm seinen Zweck verfehlt.

8. Call-to-Action

Vergessen Sie niemals den Call-to-Action! Das Ziel eines Recruiting Films ist es, dass sich qualifizierte Menschen, die zu Ihrem Unternehmen passen, bei Ihnen bewerben. Dazu müssen diese aber wissen, wie und wo sie das tun sollen. Klingt logisch, wird aber oft vergessen. Deshalb sollte am Ende Ihres Videos ein klarer Call-to-Action stehen. Das kann ein einfacher Satz sein wie „Bewerben Sie sich jetzt als X in Teilzeit bei Business X unter www.businessx.de/bewerben“. Im besten Fall sollte der Link interaktiv im Video eingebaut sein, damit Interessent:innen durch einen Klick direkt auf die Seite weitergeleitet werden. Wird Ihr Video auf YouTube hochgeladen, sollten Sie alle wichtigen Informationen zur Bewerbung sowie den Link zur Website auch in die Beschreibung packen. Machen Sie es Bewerber:innen so einfach wie möglich, ihre Unterlagen einzureichen.

9. Soziale Medien nutzen

Unterschätzen Sie die Macht der Sozialen Medien nicht

Ein genialer Recruitingfilm bringt Ihrem Unternehmen nur dann etwas, wenn es auch gefunden wird. Vor allem kleine und mittelständische Firmen verschenken deshalb Chancen, wenn sie den Film nur auf der eigenen Website veröffentlichen. Denn dort wird er nur von denjenigen Personen wahrgenommen, die explizit nach Ihrer Firma suchen. Sofern Ihr Unternehmen eigene Social-Media-Kanäle hat (ist das nicht der Fall, sollten Sie uns dringend kontaktieren!), sollte Ihr Recruitingfilm dort auch gezeigt werden. Mit einem guten Konzept haben Sie auch gute Chancen, dass der Film oft geteilt wird oder sogar viral geht. So erreichen Sie eine Vielzahl an Menschen. Je nach Strategie können Sie Ihren Film auf Facebook, Xing, LinkedIn, YouTube und Instagram veröffentlichen.

Auch viele Online-Karriereplattformen unterstützen die Einbindung von Videos. Rekrutieren Sie dort Mitarbeiter:innen, sollte Ihr neuer Recruitingfilm natürlich auch nicht fehlen.

10. Qualität

Streben Sie nach dem Höchsten, um das Hohe zu erreichen

Natürlich können Sie die Videokamera selbst in die Hand nehmen, um Ihren Recruitingfilm zu drehen. Dazu benötigen Sie hochwertiges Equipment, Drehlocations, geeignete Mitarbeiter:innen, gute Ideen, ein starkes Konzept und die nötige Software, um Ihr Video in der Postproduktion zusammenzuschneiden. Gehen Sie keine Kompromisse ein, indem Sie sich beispielsweise selbst vor die Handykamera setzen oder mit wackliger Hand durch Ihre Firma laufen. Denn die Qualität Ihres Recruitingfilms wird gleichgesetzt mit der Qualität Ihrer Firma. Nicht nur junge und technik-affine Menschen merken schnell, wenn ein Video von Amateur:innen gedreht und produziert wurde. Deshalb ist es immer eine gute Idee, die Produktion Ihres Recruitingfilms in professionelle Hände zu legen. Das ist in vielen Fällen gar nicht so teuer, wie Sie vielleicht denken. Gerne helfen wir Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Filmideen. Innerhalb weniger Wochen können Sie sich über einen professionell produzierten und mit viel Liebe zum Detail umgesetzten Recruitingfilm freuen, der bereit zum Einsatz im Web und den Sozialen Medien ist.


[1]https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Statistiken/Fachkraeftebedarf/Fachkraeftebedarf-Nav.html?templateQueryString=fachkr%C3%A4ftebedarf

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