Eco Fashion – mehr als „Öko“!

22. Februar 2013

Quelle: organic cotton

Die Nachfrage nach Baumwolle ist groß – doch der Anteil des Rohstoffs am weltweiten Fasermarkt sinkt zunehmend. Der Grund: der enorme Stoffbedarf lässt sich immer weniger durch das Naturprodukt decken. Doch Alternativen, die der Nachfrage nach Rohmaterialen entgegen kommen, entstehen zunehmend. Und das auf ökologischer, nachhaltiger Basis. Eco Fashion – das ist mehr als ein Jutebeutel. Es ist Mode, die immer mehr ihr einstiges Nischendasein verliert.

Die Mikrobiologin Anke Domaske beispielsweise hat Mode aus Milch entwickelt. Wie das geht? Aus dem Milcheiweiß Kasein stellt sie Pulver her, das sich zusammen mit Wasser und wenigen Geheimzutaten kneten und zu Fasern pressen lässt. Das Garn kann dann pur oder als Mischgewebe mit Viskose oder anderen Materialen verarbeitet werden. Das Nachhaltige daran: die Milch, die für die Faserproduktion verwendet wird, entspricht nicht den hohen Anforderungen für den Markt relevanter Rohmilch. Jährlich entsorgen Agrarbetriebe ca. 1,9 Tonnen Milch. Ein weiterer Pluspunkt der Milchfaser, die auch Milchseide genannt wird: für ein Kilo Fasern werden in der Verarbeitung nur zwei Liter Wasser benötigt. Bei  T-Shirts liegt der Verbrauch bei 4100 Litern pro Kilo.

Quelle: QMlich/Anke Domaske

Dass Nachhaltigkeit und Mode längst ihren Weg gemeinsam gehen, wird auch auf dem Markt immer deutlicher. Filialisten wie C&A oder H&M setzen mit  Bio-Baumwoll-Kollektionen Zeichen. Eco Fashion rückt dadurch auch für das breite Publikum ins Blickfeld.

Auch von den High-Fashion-Laufstegen ist nachhaltige Mode nicht mehr wegzudenken. Zeitgleich mit der Berliner Fashion Week setzen die beiden Modemessen GREENshowroom und Ethical Fashion Show Berlin auf Nachhaltigkeit und Ökologie. Das Bewusstsein, dass Bio-Mode nicht gleichzeitig langweiliges Design bedeutet, zeigten Modelabels wie Leibschneider und My Biotiful Bag bei der GREENshowroom, die nachhaltige Kollektionen im gehobenen Lifestylesegment präsentierten.

Der weltweit anerkannte Umwelt-Standard Global Organic Textile (GOTS), gewährleistet Nachhaltigkeit über die gesamte Lieferkette. Er verzeichnet seit der Gründung 2008 rund 2800 Betriebe, u.a. Garnerzeuger und Großhändler, die ihre Waren mit dem GOTS-Siegel labeln lassen.

Die ansteigenden Besucherzahlen der Berliner Öko-Messen, die steigende Nachfrage an Biobaumwolle und die zunehmende Entwicklung von nachhaltigen Materialen zeigt, dass sich ein Wandel im Eco-Fashion-Segment vollzieht.