Fashiondesign mit 3D-Software

7. November 2012

Zeichnen am Touchpad: Designer entwerfen nicht länger mit dem Stift und drapieren maßgeschneiderte Kleider auf Puppen und Hausmodels, bis sie perfekt sitzen. Nein. Die neue Generation arbeitet mit 3D-Software. Der französische Haute-Couture-Designer Julien Fournié ist einer der ersten, der diese computergestützte Arbeitsweise der manuellen vorzieht.

Gaultier-Schüler Fournié ist begeistert und geht mit seinem virtuellen Shop noch einen Schritt weiter.

Gezeichnet wird vorerst auf einem Touchpad. Ist die Kreation am Bildschirm fertiggestellt, setzt die Software dieses in einem dreidimensionalen Modell um und errechnet sogar den Schnitt der Stoffe. Maße von Modellen oder Kundinnen können gespeichert und wiederverwendet werden. Die Software meldet, wenn es zu einem unschönen Faltenwurf kommt. So können die Designer ihren Lieblingsmodellen die Entwürfe auf den Leib schneidern, ohne langwieriges Fitting. Verwendet wird zum Beispiel ein neues Modul im CAD-Programm Catia von Dassault Systèmes.

Ein ‚magischer Spiegel‘ ist das Zauberwort für die Kundin der Zukunft: Nach Herzenslust können dort die Entwürfe aus extravaganten Materialmixen anprobiert werden – zukünftig sogar mit den eigenen Körpermaßen. Wenn die Designkreation gefällt, werden die Maße an die Produktion gesendet und erst dann das digitale 3D-Modell aus Stoffen gefertigt.

Dassault Systèmes hat das sogenannte Fashion Lab gegründet, welches auf die gesamte Lieferkette ausgedehnt werden kann. Die Platzierung von Kleidungsstücken kann von Storebetreibern virtuell ausprobiert und z.B. mit Studien über die Blickrichtung von Kunden verknüpft werden.

Auch wenn die Technologie noch ganz am Anfang der Entwicklung ist, wird sich das Shopping der Zukunft dementsprechend verändern.